Wie zügig geht die Digitalisierung im Mittelstand voran und wer ist dafür verantwortlich? Die Frage beantworten Berater und Führungskräfte unterschiedlich. Eine Studie der WGMB zeigt: Es herrscht zwischen der Analyse von Beratern und dem Selbstbild der Unternehmensleitungen eine Kluft.

Eine Studie der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management und Beratung (WGMB) zeigt: 65 Prozent der Berater werten „die Zurückhaltung des Top-Managements als größte Digitalisierungshürde“ in mittelständischen Unternehmen. Für die Untersuchung befragten Prof. Dr. Dietmar Fink und Bianka Knoblach 89 Berater. Zudem wurden auch rund 800 Führungskräfte mittelständischer Unternehmen zum gleichen Thema befragt. Überraschenderweise schätzen sie ihre Rolle anders ein: 64 Prozent der Geschäftsleitungen sehen sich „als maßgebliche Treiber der Digitalisierung“.

Für Fink sei dies ein Zeichen dafür, dass der Mittelstand eine externe Perspektive benötigen würde. Für 51 Prozent der Vorstände, 41 Prozent der Personalleiter und 43 Prozent der Budgetverantwortlichen stellt die „größte Digitalisierungshürde“ mangelnde Qualifikationen dar. Man würde sich besonders beim Entscheidungsprozess zu viel Zeit nehmen. Das finden 48 Prozent der befragten Projektleiter.

Digitalisierung als Chance für die Zukunft

Obwohl die meisten Unternehmen der Ansicht sind, für die Digitalisierung nicht gut gerüstet zu sein, so blicken die Meisten mit Zuversicht in die Zukunft. 85 Prozent von ihnen würden sich Chancen versprechen, sogar 61 Prozent erwarten zugleich keine Risiken. 60 Prozent freuen sich auf neue Geschäfte, von den Beratern glauben 76 Prozent an einen Umsatzschub für den Mittelstand.

Die größte Konkurrenzgefahr würde von Start-Ups ausgehen. 41 Prozent der Führungskräfte und 53 Prozent der Berater rechnen damit, dass junge Unternehmen den etablierten Umsätze abjagen werden. Dagegen macht man sich kaum Sorgen wegen möglicher ausländischer Konkurrenz. Nur rund ein Viertel der Befragten (Unternehmer und Berater) befürchten Geschäftseinbußen des Mittelstands durch internationale Wettbewerber.

Die Studie des WGMB wurde in Auftrag compamedia durchgeführt. 89 Berater und 823 Führungskräfte wurden zum Thema Digitalisierung im Mittelstand befragt. Die befragten Berater wurden im Rahmen des Beraterwettbewerbs TOP CONSULTANT 2016 ausgezeichnet.