Julia Friedrichs, Eric Breitinger, Dr. Pia Heinemann und Martina Keller sind die diesjährigen Preisträger des expopharm Medienpreises. Die in vier Kategorien ausgeschriebene Auszeichnung wurde am 12. Oktober 2016 im Münchner GOP-Theater verliehen. Der Wettbewerb wird von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der DKV und der Messe München unterstützt.

Für ihren Beitrag „Der Preis der Hoffnung“ hat Julia Friedrichs in der Kategorie Apotheke und Politik den Medienpreis erhalten. Ihr am 25. Januar 2016 im Zeit-Magazin erschienener Artikel beleuchtet das Preispoblem der innovativen Arzneimittel. In Vergleich zu den patentfreien Arzneimitteln seien diese „exorbitant teuer“. Weder in Deutschland noch in anderen Industrieländern wurde eine zufriedenstellende Lösung gefunden. Die deutschen Politiker würden sich immer noch scheuen, das Thema entschlossen anzugehen. Der Grund: Man befürchtet, dass bei einem zu niedrig ausgehandelten Erstattungspreis, Unternehmen ihr Produkt in Deutschland vom Markt nehmen.

Europa ist in der Arzneimittelversorgung noch weit von einheitlichen Leistungen der Sozialversicherungssysteme entfernt. Das zeigt Eric Breitinger gemeinsam mit internationalen Journalistenkollegen in ihrem Artikel „Heilung nur für Reiche“. Der Beitrag erschien am 8. Mai 2016 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Innovationen können sich Patienten in manchen Ländern wie z.B. Griechenland, Lettland, Bulgarien oder Rumänien gar nicht leisten, weil es sich für Unternehmen eher lohnt, auf die Erstattung durch die Sozialsysteme zu verzichten, statt die für sie zu niedrig geltenden Angebote zu akzeptieren. Der Beitrag wurde in der Kategorie Apotheke und Ökonomie ausgezeichnet.

Tücken der Forschung und Kontroverse „Schutzimpfung“

Dr. Pia Heinemann wurde in der Kategorie Apotheke und Verbraucher für ihren Beitrag „Ungeschützte Behauptung“ ausgezeichnet. Der am 20. März 2016 in der Welt am Sonntag veröffentlichte Artikel behandelt das Thema Schutzimpfungen. Heinemann ist eine starke Befürworterin und begründet mit wissenschaftlich nachweisbaren Fakten wieso. Erkrankungen wie Masern könnten dank Impfungen ausgerottet werden, gebe es da nicht ihre Gegner, die, so die Autorin, sich eher auf Mythen stützen, statt auf Fakten. Masern könnten in Deutschland ausgerottet werden, wenn 95 Prozent der Bevölkerung dagegen geimpft ist. Mit 92 Prozent ist man nah dran. Darum ihr Appell an Experten, durch Aufklärung die notwendigen drei Prozent zu überzeugen.

Die Entwicklung neuer Wirkstoffe verschlingt bis zu einer Milliarde US-Dollar. Darum gehen Forscher oft sehr geplant und zielgerichtet vor. Trotzdem passieren auf der Innovationssuche Zufallsentdeckungen, wie beispielsweise Sildenafil, besser bekannt unter dem Handelsnamen Viagra. Martina Keller hat für ihre Sendung „Zufallsentdeckungen in der Medizin“ den Preis in der Kategorie Pharmazie und Forschung erhalten. Die Sendung wurde am 21. August 2015 in SWR2 Wissen ausgestrahlt.

Zum 12. Mal wurde der expopharm Medienpreis verliehen. Die vier Kategorien sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert. infin gratulliert den diesjährigen Preisträgern.

Mehr zur expopharm und unseren Eindrücken von der Messe erfahren Sie kommende Woche.