Die Deutsche Telekom, Europas größtes Telekommunikationsunternehmen, verzichtet auf ISDN und will bis 2018 auf All-IP umstellen. Unternehmen werden auf klassische TK-Anlagen verzichten müssen und auch auf das für viele unverzichtbare Fax.

Spätestens 2023 wird analoge Telefonie der Vergangenheit angehören: Deutschlands größte Netzbetreiber verzichten auf dedizierte Telefonnetze. Während Vodafone von einer sanften Migration spricht, möchte die Deutsche Telekom bis Ende 2018 komplett auf All-IP wechseln. Das bedeutet für das Unternehmen besonders Kostenersparnisse. Laut billiger-telefonieren.de kostet die Verwaltung eines einzelnen Netzes deutlich weniger, zumal bei der IP-Technik viel mehr zentral gesteuert werden kann.

Die Telekom spricht von einer Revolution, vergleicht den Wechsel mit „der Umstellung von der Kutsche aufs Auto“. All-IP soll Telefonieren einfacher, konfortabler und schneller machen. Allerdings geriet der Telekommunikationsriese aufgrund seiner agressiven Umstellungskampage 2015 in die Kritik. Wie die FAZ berichtete, fühlten sich viele Kunden von der Telekom unter Handlungszwang gesetzt. Auch die Bundesnetzagentur kritisierte das Vorgehen der Telekom. Man habe zu viel „unnötigen Druck auf die Endkunden“ ausgeübt.

Die Umstellung ist mit Kostenaufwand für Unternehmen verbunden. Sie müssen unter anderem eine Alternative zum klassischen TK-Anlagen-Modell suchen. Weil es sich um keine „Zwangsumstellung“ handelt, können sich Unternehmen nach anderen Anbietern umschauen, die weiterhin ISDN anbieten. Netzbetreiber wie die Telekom werden den Vertrag beenden. Die Entscheidung liegt dann beim Kunden, ob er einen neuen Vertrag abschließt für All-IP oder den Anbieter wechselt. Allerdings warnt computerwoche.de vor der eher überschaubaren Konkurrenz, die sämtliche Features anbieten, die auch die Telekom offerierte.

Zudem wäre der Wechsel nur eine kurzfristige Lösung. Auf lange Sicht hin, wird ISDN ganz verschwinden, auch wenn andere Netzbetreiber die Umstellung nicht so stark forcieren, wie es die Telekom tut. Spätestens bis Mitte der 2020er dürfte ISDN in Deutschland ganz verschwunden sein.

Die Zukunft von Fax in der Schwebe

Diese Änderungen betreffen nicht nur die Telefonie sondern auch das Fax, was ein nicht unwesentliches Problem für Firmen darstellt. Über 80 Prozent verwenden Fax im Geschäftsalltag. Denn es gelten weiterhin Vorteile wie Rechtssicherheit. Die Lösung hierfür überzeugt nicht jeden: Fax over IP (FoIP) hat seine Tücken. Weil in IP-Netzen die Datenübertragung in einzelnen Paketen erfolgt, besteht das Risiko, dass diese verloren gehen können. Dadurch werden Faxe entweder unlesbar oder die Übtertragung bricht ganz ab.

Die Lösung für dieses Problem heißt T.38 – der von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) empfohlene Standard. Mit T.38 werden die Informationen nicht mit Tönen wie im normalen Telefonnetz übertragen, sondern mit dem auf UDP bzw. TCP und IP aufsetzenden Netzwerkprotokoll Internet Facsimilé Protocol (IFP). Das bedeutet, dass eine direkte Leitung aufgebaut werden kann und die Daten in Echtzeit übertragen werden. Darum wird T.38 oft auch als Real-time Routing bezeichnet.

Um Faxe zwischen nicht kompatiblen Übertragungsdaten zu verschicken sind Gateways notwendig. Zum Betrieb eines gewöhnlichen Faxgeräts an einem T.38-fähigen VoIP-Anschluss muss der verwendete ATA (oder der Router mit integrierter Telefonfunktion bzw. das IAD) ebenfalls ein T.38-Gateway enthalten. Viele Netzbetreiber unterstützen T.38 und viele nicht. Das macht es keine anwendbare Alternative.

Da sind cloudbasierte Lösungen wie infins FaxCloud eher zukunftsträchtig. Dokumente können schnell als Doc, Docx, PPT, PPTX, TIFF sowie PDF hochgeladen und über das Internet versendet werden. Eine benutzerfreundliche Browser-Applikation macht es kinderleicht. Mit infins FaxCloud entfallen Ausgaben für Geräte, Tinte, Papier, Strom sowie Reparaturarbeiten und Personalkosten. Nicht umsonst wird infins FaxCloud als das „Beste aus zwei Welten“ gepriesen.